Tom: Was hat sie dazu verleitet diesen Interessanten Beruf
Domina auszuüben? Ein paar Worte über Sie selbst, beschreiben Sie
sich doch ein wenig...
Lady Ramirez:
Zum Einen hat mich meine persönliche Veranlagung dazu verleitet,
diesen Beruf zu ergreifen. Ich hatte schon sehr früh das
Bedürfnis,
meinen damaligen Freund beim Sex zu fesseln. Nach und nach lernte
ich dann immer mehr Spielarten des SM kennen. Nachdem ich
schließlich einige Jahre ausschließlich privat im SM-Bereich
Erfahrung
gesammelt hatte, dachte ich mir, dass es sehr interessant sein
könnte, meine
Neigung zum Beruf zu machen.
Zum Anderen übte der Beruf der Domina den Reiz des Geheimnisvollen und Verruchten auf mich aus. Ich fühlte mich immer schon zu
außergewöhnlichen, manchmal auch grenzwertigen Erfahrungen hingezogen und würde mich als abenteuerlustig und
experimentierfreudig
bezeichnen.
Tom: Und was haben Sie in Ihrer Vergangenheit, bevor Sie
Ihre Berufung zur Domina entdeckten, getan?
Lady Ramirez:
Ich habe unterschiedliche, meist kreative Jobs ausgeübt.
Zugegebener Weise hatte ich gewisse Schwierigkeiten, mich meinen
Chefs
angemessen unterzuordnen und war von daher nicht wirklich
kompatibel.
Erst als ich zum ersten Mal ein professionelles Dominastudio
betrat, hatte
ich das Gefühl, beruflich endlich angekommen zu sein und nichts
anderes
mehr machen zu wollen.
Tom: Habe Sie für Ihre Zukunft also die Zeit wenn Sie die
Peitsche and den sprichwörtlichen Nagel gehängt haben schon Pläne.
Lady Ramirez:
Solange ich noch keine Gehhilfe benötige und Alzheimer & Co. mich
verschonen, habe ich nicht die Absicht, meine Peitsche an den
Nagel zu
hängen. Sollte ich eines Tages aufgrund fortschreitenden
Alterungsprozesses
nicht mehr willens und in der Lage sein, mich um das Wohlergehen
meiner
lieben Sklavenschar zu kümmern, werde ich mich bemühen, dominanten
Nachwuchs zu fördern, SM-Filme zu drehen, ein Buch zu schreiben
und eine Internetpräsenz mit neuen Gesichtern zu schmücken.
Ich werde also dem Thema BDSM immer verbunden bleiben.
Zur Zeit erfreue ich mich jedoch bester Gesundheit und Kondition
und bin
sicher, dass mein Abschied noch in weiter Ferne liegt..
Tom: Gibt es in Ihrem Kopfkino noch eine BDSM Fantasie
welche sie noch nicht ausgelebt haben?:
Lady Ramirez:
Im Laufe der Zeit entwickelten sich natürlich immer wieder
neue Fantasien.
Da ich durch meinen Job jedoch direkt an der Quelle sitze und mir
einige
tabulose Sklaven jederzeit zur Verfügung stehen, habe ich
natürlich immer
die Möglichkeit, neue Fantasien alsbald zu realisieren.
Von daher habe ich diesbezüglich weder Nachholbedarf noch
unerfüllte
Träume.
Tom: Was empfinden Sie wenn der Sklave zu Ihren Füßen liegt
und bereit ist sich Ihnen vollkommen hinzugeben.:
Lady Ramirez:
Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da sich sehr
viele
unterschiedliche Emotionen gleichzeitig entwickeln können.
Wenn ich spüre, dass jemand bereit ist, sich vollkommen
hinzugeben, empfinde
ich natürlich erstmal ein gewisses Machtgefühl. Dieses Gefühl
führt wiederum
zu einem Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Ich weiß genau, dass
er exakt
das macht, was ich von ihm verlange. Das gibt mir die Möglichkeit,
die
Situation vollkommen entspannt und souverän zu genießen.
Aus dieser Entspannung heraus bin ich absolut offen und aufmerksam
für die
Empfindungen meines Gegenübers und habe nun leichtes Spiel, ihn
auf eine
emotionale Achterbahnfahrt zu schicken.
Es ist wie ein unsichtbares Band, das mich mit ihm verbindet,
gepaart mit
Zuneigung und Wärme. Es mag vielleicht etwas seltsam klingen, aber
je devoter und hingabebereiter jemand ist, desto intensiver werden diese Empfindungen
bis sich plötzlich zuerst im Kopf und später dann im ganzen Körper ein
eigenartiges Kribbeln
ausbreitet, ähnlich einer Art Vibration. Dieses Gefühl lässt sich
nur sehr schwer
beschreiben aber ich vermute, es handelt sich dabei um einen
Endorphinkick.
Jedenfalls genieße ich diesen Zustand in vollen Zügen.
Tom: Wo liegt nach Ihren Erfahrungen der Unterschied
zwischen einem devoten Mann und einem masochistischen Mann.
Lady Ramirez:
Der devote Mann hat das Bedürfnis, sich hinzugeben, sich zu
unterwerfen und
einer Frau zu dienen. Er verehrt und verwöhnt die Frau und zieht
daraus seinen
Genuß.
Der masochistische Mann wird dadurch erregt, dass er physisch und
manchmal
auch psychisch gequält wird. Am interessantesten ist die
Kombination dieser
Neigungen.
Tom: Was können Sie während einer SM Session überhaupt
nicht leiden?
Lady Ramirez:
Wenn mein Gegenüber keinerlei Reaktion zeigt und sich überhaupt
nicht in
die Session integriert. Dann fühle ich mich wie ein Entertainer,
der mit allen
Mitteln versucht, den anderen bei Laune zu halten.
Nach einer solchen Session fühle ich mich energetisch total
ausgelaugt und
brauche dann unbedingt einen leidenschaftlichen Sklaven, an dem
ich mich
nach Herzenslust austoben kann.
Tom: Einige Dominas arbeiten auch noch als Model, kann man
Sie auch für Photoshootings als Fetish Model buchen?
:
Lady Ramirez:
Das ist durchaus möglich, wobei ich klare Grenzen habe, in welchen
Outfits
und Positionen ich mich fotografieren lasse.
Tom: Machen Sie auch Haus oder Hotel besuche und wenn ja in
welchen Städten.:
Lady Ramirez:
Haus- und Hotelbesuche sind möglich im Raum Köln-Bonn-Düsseldorf.
Tom: Vor einigen Jahren habe ich mich komplett geoutet,
seitdem lebt es sich meiner Meinung nach wesentlich lockerer.
Viele Männer haben allerdings Angst, von Ihrer Frau verlassen zu
werden, wenn sie zu Hause ihre Neigungen beichten ... oder in
Ihrem Umfeld schräg angesehen zu werden“ bestimmt kennen Sie das,
wie ist das bei Ihnen und was würden Sie Männern raten wenn Sie
mit diesem Gedanken spielen :
Lady Ramirez:
Ich habe leider selbst in meinem engsten Bekanntenkreis noch vor
Kurzem
die erschreckende Erfahrung gemacht, dass jemand, bei dem ich eine
sehr
große Weltoffenheit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden voraus-
gesetzt habe, meine Gäste mit perversen Gewalttätern in einen Topf
geworfen
hat. Ich war sehr betroffen und versuchte energisch, diese
Vorurteile zu
zerstören. Doch erst als ich zu verstehen gab, dass ich diesen Job
nicht nur
wegen des Geldes, sondern aus echter Berufung ausübe und somit in
seinen
Augen ebenfalls pervers und gewalttätig sein müßte, wurde er
plötzlich
nachdenklich. Er kannte mich als aus- geglichenen, humorvollen
Menschen
was mit seinen bisherigen Vorstellungen über SMer schwer zu
vereinbaren
wäre.
Ich denke grundsätzlich muß man nicht jedem alles auf die Nase
binden.
Die Sexspiele meiner Nachbarin interessieren mich auch nicht.
In einer Ehe ist ein Outing mit Sicherheit schwieriger.
Erstens muß man abwägen, wie groß der Leidensdruck ist, seine
Neigung
geheim zu halten. Der Versuch, diese Fantasien zu unterdrücken,
schlägt in
den meisten Fällen fehl. Also bleibt die Möglichkeit zu einer
professionellen Domina zu gehen und hier seine Fantasien
auszuleben oder seine Frau einzuweihen. Letzteres hängt sehr von der emotionalen Bindung und der
Stabilität
der Ehe insgesamt ab. Denn selbst wenn die Partnerin im
allgemeinen sehr
tolerant ist, kann es trotzdem passieren, dass ihre Toleranz genau
an diesem
Punkt an Grenzen stößt. Hier muß wirklich jeder individuell
entscheiden,
welches Risiko er eingeht. Ein Outing in der Ehe kann also sowohl
zerstören
als auch bereichern.
Tom: Ihr Name klingt sehr Südländisch... ist das eine
Anlehnung an etwas?
Lady Ramirez:
Der Name Ramirez ist mir durch Zufall in meinem Leben immer wieder
begegnet. Als Kind und Jugendliche spielte ich klassische und
später
spanische Gitarre, wobei zu meinen Lieblingskomponisten Heitor
Villa
Lobos Ramirez zählte. Später tanzte ich viele Jahre Tango
Argentino und
Salsa. Auch hier taucht dieser Name recht häufig auf.
Und nicht zuletzt finde ich, dass der Name einfach gut klingt und
leicht
zu merken ist.
Tom: Welchen prominente Person würden sie den gerne einmal
zu einer Session in ihrem Studio begrüßen.
Lady Ramirez:
Mir ist es völlig egal, ob jemand prominent ist oder nicht.
Ob Schauspieler oder Fliesenleger, Politiker oder Elektriker,
Rechtsanwalt
oder Postbote. In dem Moment, in dem sich ein Mensch unterwirft
und
hingibt, legt er seinen Status vor mir ab und ist emotional nur
noch auf das
Hier und Jetzt konzentriert. Alles andere ist für diesen Zeitraum
vollkommen
Unwichtig.
Tom: Die letzte Frage gehört wie immer meiner
Interviewpartnerin. Gibt es noch etwas, das Sie den Lesern dieses
Interviews gern mitteilen würden?
Lady Ramirez:
An dieser Stelle möchte ich lieber auf mein Portrait hinweisen,
was auf meiner
Website zu finden ist. Dort habe ich recht ausführlich einige
Gedanken zu
verschiedenen Themen des SM-Genres zusammengefasst.
Im Übrigen wünsche ich mir von vielen SMern ein bißchen mehr
Toleranz
und Humor.
Also: immer schön locker bleiben.
Zur Homepage von:
Lady Ramirez

Zur Homepage von:
Tom Stahl Wordwide
Domina and BDSM Guide
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